Konfigruppen lernen Judentum kennen

Avner Inbar erklärt Jugendlichen mehr zum Thema Judentum

Anlässlich des Reformationsjubiläums finden in Wittenberg den ganzen Sommer Konfirmandenfreizeiten statt. Avner Inbar stammt aus Israel und bietet auf dem Konficamp Workshops zum Thema Judentum an.

Von Israel in die Lutherstadt

Avner Inbar stammt aus einer jüdischen Familie und wurde in Jerusalem geboren. Nach seinem Militärdienst begann er an der Hebräischen Universität von Jerusalem zu studieren. 2016 machte er in den Fächern Wirtschaft, Politikwissenschaft und Philosophie seinen Bachelorabschluss. Sein Auslandssemester in Konstanz inspirierte ihn dazu, danach in Deutschland zu arbeiten. Seit Oktober 2016 absolviert er deshalb einen Bundesfreiwilligendienst in Wittenberg bei der Organisation ConAct, dem Koordinierungszentrum für deutsch-israelischen Jugendaustausch.

Deutsch-israelischer Austausch

Es reizte Avner nicht nur ein Jahr in einer kleinen Stadt den (ost-)deutschen Lebensalltag kennenzulernen, sondern auch etwas zu machen, das mit seinem Hintergrund zu tun hat und dafür die Perspektive zu wechseln. Das Interesse der jüngeren israelischen Generationen an Deutschland ist wieder gestiegen. Sie beschäftigen sich mit ihrer oftmals deutschen Herkunft und lernen Deutsch. Nicht nur aufgrund der langen Geschichte der Juden in Deutschland engagiert sich Avner deshalb für den deutsch-israelischen Jugendaustausch. Er möchte aktiv zum besseren Verständnis zwischen den Gesellschaften und Kulturen der beiden Länder beitragen. Er kann sich auch für die Zukunft vorstellen an den deutsch-israelischen Beziehungen mitzuarbeiten.

Workshop auf dem Konficamp

In Wittenberg will Avner den Konfirmanden die Geschichte und Tradition des Judentums näherbringen. Interaktiv lernen sie den Geschichtsverlauf der fünf Bücher Moses und wie diese das jüdische Volk und seine Bräuche bis heute prägen. Dabei stellt Avner auch die Gemeinsamkeiten mit dem Christentum heraus und wie diese biblischen Geschichten modernes Denken und Ideen beeinflusst haben. Beispielsweise griffen die afro-amerikanischen Sklaven mit dem Lied „Go down Moses (…) Let my people go“ den jüdischen  Auszug aus der Sklaverei in Ägypten auf, um ihren eigenen Anspruch auf Freiheit zu bekunden.
Avner erläutert auch jüdische Symbole, wie den siebenarmigen Tempelleuchter (Menora), oder die koscheren Speisevorschriften.
Avners Workshop kann jede Woche von den neuen Konfirmanden besucht werden. Den ganzen Sommer über erleben jede Woche bis zu 1500 Konfirmanden aus ganz Deutschland das Konficamp vor Wittenbergs Toren.

Weltausstellung Reformation: Themenwochen

Vom 05. bis 11. Juli steht bei der Weltausstellung Reformation in Wittenberg  die Themenwoche Interreligiöser Dialog statt.

Auch in der Lutherbox, die vor der Württemberger Halle steht, haben sich die Besucherinnen und Besucher Gedanken zum Thema Interreligiöser Dialog gemacht. Einen kurzen Zusammenschnitt dazu finden Sie hier.

 

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