Kann man ökumenisch heiraten?

Ökumenischer Hochzeitsgottesdienst

Dorothee und Matthias Engel sind ein „gemischt-konfessionelles“ Paar: Sie ist katholisch und er evangelisch. Beiden ist ihr Glaube sehr wichtig und so wollten sie in der Kirche ökumenisch heiraten. Eine ökumenische Trauung gibt es aber nicht.
Aber es ist möglich, einen ökumenischen Hochzeitsgottesdienst zu feiern. Der Pfarrer, in dessen Kirche gefeiert wird, leitet dann den Gottesdienst mit Assistenz des anderen Geistlichen. Oft übernimmt der Eingeladene übernimmt beispielsweise die Predigt. Die Trauung selbst, kann ebenfalls nur von einem Geistlichen geleitet werden, nicht von beiden. Das Brautpaar muss also entscheiden, ob es sich evangelisch oder katholisch trauen lässt.

Ein Dispens für die Gültigkeit der Ehe

Damit eine Eheschließung für einen Katholiken auch dann gültig ist, wenn die Trauung evangelisch gestaltet wird, muss er vor der Hochzeit einen Dispens beantragen. Der Dispens ist eine Befreiung von kirchlichen Ehehindernissen. Religionsverschiedenheit ist eines dieser Ehehindernisse. Die katholische bischöfliche Kirchenbehörde kann den Dispens dann erteilen und damit einer gemischt-konfessionellen Ehe zustimmen.

Unterschiedliches Eheverständnis zwischen den Kirchen

Dass es keine ökumenische Trauung gibt, hat vor allem mit dem Eheverständnis der evangelischen und katholischen Kirche zu tun.
Für die evangelische Kirche gilt die Eheschließung auf dem Standesamt bereits als gültig. Die katholische Kirche betrachtet eine Heirat ohne katholische Trauung allerdings als „wilde Ehe“. Die wirkliche Eheschließung ist für sie nur die kirchliche Trauung. Denn die Ehe ist für die katholische Kirche ein heiliges Sakrament. Ein Sakrament ist ein sichtbares Zeichen, das die unsichtbare Gegenwart Gottes verdeutlichen soll. Die Ehe ist das einzige Sakrament, das sich zwei Gläubige selbst geben können, indem sie sich das Eheversprechen selbst zusagen. Der Priester ist nur Assistent und Zeuge dieser Handlung. Das zweite sichtbare Zeichen sind die Eheringe.

Gemischt-konfessionelle Paare sollten vor der Trauung am besten ein Vorgespräch mit ihren beiden zuständigen Pfarrern haben, nicht nur dann, wenn sie ökumenisch heiraten möchten.

Eins werden

Als Dorothee und Matthias sich kennen und lieben lernten, haben sie gemeinsam die Gottesdienste des anderen besucht. Sie haben für sich festgestellt, dass der Kern beider Konfessionen derselbe ist. Die Konfessionsangehörigkeit und dadurch manchmal unterschiedliche Ansichten, sollen für sie nichts Trennendes sein. Sie haben ökumenisch geheiratet, um genau das nach außen zu symbolisieren: Wir sind verschieden, haben aber in der Liebe das gleiche Anliegen und wollen von jetzt an Eins sein.

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